100 Jahre Lüttwitz-Kapp- Aufstand

Wieder ein Eintrag in unseren Kalender, den ein Freund aus dem Ausland geschrieben hat.
Am 13. 03. 1920 rückte die Marine-Brigade Ehrhardt unter General Lüttwitz von Döberitz in Berlin ein und riegelte um 7 Uhr das Regierungsviertel ab, um die SPD-Erfüllungspolitiker um Ebert (Präsident), Bauer (Kanzler) und Noske (Wehrminister) für abgesetzt und Kapp zum Reichskanzler zu erklären. Dieser Umsturz leitete den viertägigen, als Putsch geschmähten Lüttwitz-Kapp- Aufstand ein. Nach genau 100 Jahren hat sich der nötige Abstand zu dessen Betrachtung mittlerweile in eine Sehnsucht nach seiner Wiederkehr umgewandelt.
Vorgeschichte
Als Hintergrund boten sich die (statt: Volks-) Linksparteienrevolte vom 09. 11. 1918 und der Versailler Vertrag vom 28. 06. 1919. Dabei war die von ersterer ausgerufene Republik nicht imstande, die vom linken Flügel ihrer SPD-Parteigenossen um Luxemburg und Liebknecht (beide J., später USPD/KPD) ausgeübten Straßenterror in Berlin unter Kontrolle zu bringen. Stattdessen flohen die selbsternannten Volksvertreter nach Weimar, um eine Verfassung a lá Hugo Preuß (auch J., Entwurf anno 1917) zu ratifizieren. Seitdem arbeiteten Weimar und Versailles gemeinsam daran, Deutschland moralisch zu demütigen, politisch zu knebeln, wirtschaftlich auszuplündern und militärisch zu entwaffnen. Dabei hatte der innere Feind nach Pfiffen des äußeren zu tanzen. So diktierte dessen Artikel 160 nicht nur die Demontage des deutschen Heeres bis auf nur 100.000 Berufssoldaten (die erwiesenermaßen nicht einmal Bürgerkriege zu unterdrücken ausreichten), sondern darüber hinaus noch die — heute oft und gern vergessene — Auflösung aller Freikorps (die sich gleich seit November allen voran zur Sicherung der Ostgrenzen einsetzten). Allein von letzteren mußten nun in gutem Halbjahr rund 200.000 Kämpfer den Dienstrock ausziehen.
Ausbruch
Bis zum merkwürdigen 29. Februar 1920 pflegte Gustav Noske (SPD), einst Chefmeuterer der Kieler Matrosen nunmehr als Reichswehrminister (!), auch dem Befehl der Interalliierten Militärkommission Folge zu leisten, die beim Militär hochangesehene Marine-Brigade des Korvettenkapitäns Hermann Ehrhardt (1881 – 1971) sowie das Marine-Freikorps „von Löwenfeld“ aufzulösen — dieses als Elitetruppe des Walther von Lüttwitz (1859 – 1942). Als Oberbefehlshaber der Vorläufigen Reichswehr hatte er Noske bereits nach Versailles-Inkrafttreten am 10. 01. 1920 darauf hingewiesen, mit welcher Wut die Soldaten diesem Undank gegenüberstanden. Als diese Warnung sich nun als ergebnislos herausstellte, legte der General unmittelbar bei Friedrich Ebert als Reichspräsidenten den Protest ein, sich die Kerntruppe nicht „in einer so gewitterschwülen Zeit zerschlagen“ zu lassen, und forderte stattdessen Neuwahl. Als sich alle drei Männer am 10. 03. 1920 trafen, stellte Lüttwitz ein Ultimatum bis 7 Uhr am 13. des Monats zur Rücknahme des Auflösungsbefehls nebst den politischen Forderungen, die Weimarer „Nationalversammlung“ aufzulösen, den Reichstag neuzuwählen und den Kommandeur der Vorläufigen Reichswehr, Walther Reinhardt, durch sich abzulösen. Als Antwort haben beide SPD-Bonzen umgehend Lüttwitz „beurlaubt“.
Vor Verbitterung fuhr der Geschaßte umgehend nach Döberitz, wo die ebenfalls betroffene Brigade Ehrhardt stationiert war. Dieser Eliteoffizier wiederum sagte zu, seine knapp 6.000 Mann zum Marsch auf Berlin zu lassen. Als politischen Anwärter wandten sich beide an Wolfgang Kapp (1858 – 1922). Als Auslandsdeutscher war er in Neu-Jörvik (NY) geboren, kehrte zum feierlichen Anlaß 1871 mit 13 ins Reich zurück; gründete schon 1917 mit Admiral Alfred von Tirpitz (1849 – 1930), Vater der Hochseeflotte, die „Deutsche Vaterlandspartei“. Nach ihrer Auflösung im Oktober 1919 gründete Kapp mit u. a. Erich Ludendorff (1865 – 1937) die als Nachfolgeorganisation „Nationale Vereinigung“, deren Verhältnis zur NDVP dem zwischen der Thule-Gesellschaft und der DAP ähnelte. Bei der Beratung von Militärs am 08. 07. 1919 gegen die nunmehrige Massenentlassung soll der Weltkriegsheld bereits dem Generallandschaftsdirektor zu Königsberg einen Staatsstreich nahegelegt haben. Kam nun also das Angebot von Lüttwitz und Ehrhardt, so ließ sich Kapp für ihr Vorhaben gewinnen.
Verlauf
In der Nacht vom 12. auf den 13. 3. 1920 marschierten die 6.000 Mann also mit Lüttwitz an der Spitze zunächst vom naheliegenden Döberitz zur Berliner Siegessäule, unter zuerst Staunen, dann Sympathie bis schließlich zum Jubel der Bevölkerung, und mit dem Kampflied auf den Lippen: „Hakenkreuz am Stahlhelm, schwarz-weiß-rotes Band; die Brigade Ehrhardt werden wir genannt.“ Als um 7 Uhr das Ultimatum ablief, ließ Lüttwitz die Wilhelmstraße und Umgebung besetzen. Doch verhaftet war keiner, denn indes hatte Noske schon versucht, Lüttwitz unter Beförderung zum Generaloberst zum Ausscheiden vom Dienst zu bewegen. Als dieser sich „nicht kaufen“ ließ, rief Bauer um 4 Uhr das Kabinett zusammen. Auf Noskes Befehl erklärte sich allein — der ultimativ abzulösende — Walther Reinhardt bereit für einen Waffeneinsatz auf die Aufständischen — bzw. seinen persönlichen Widersacher. Für sonstige Militärführer in der Bendlerstraße sprach Chef des Truppenamts, Hans von Seeckt (1866 – 1936): „Wollen Sie, Herr Minister, am Brandenburger Tor eine Schlacht schlagen? Truppe schießt nicht auf Truppe!“ Daraufhin beschloß Ebert, um 05.30 nach Dresden zu fliehen — vorerst. Weiter fuhren ihre Autos bis nach Stuttgart.
So konnte sich Kapp unter kaiserlicher Kriegsflagge die bisherigen Herren für abgesetzt erklären. In Bismarckʼscher Gepflogenheit ernannte er sich zum Reichskanzler und Preußischen Ministerpräsidenten, Lüttwitz zum Reichswehrminister und Oberbefehlshaber. Ans Volk richtete sich der Aufruf:

Kein Monarchistenputsch!

Die alte Regierung einschließlich des Reichspräsidenten ist geflohen. Die Truppen rückten mit klingendem Spiel ein und besetzten alle Regierungsgebäude ohne Widerstand. Der Tag ist ohne jedes Blutvergießen verlaufen. Kein Schuß ist gefallen.
Es handelt sich um keine Reaktion und keinen Monarchistenputsch. Es gehen verleumderische Gerüchte um über Wiedereinführung der Wehrpflicht und neue Kriegsabsichten. Die Regierung will den Frieden nach außen wie nach innen. Besprechungen mit der Arbeiterschaft über die neue Lage wird eingeleitet. Die Regierung will das Versprechen: Friede, Freiheit, Brot aus einem hohlen Wort zur Tat machen.

Der Reichskanzler

Kapp.

Ihnen lag also vielmehr eine „starke Staatsgewalt“ statt „herrschsüchtiger Parteiregierung“ am Herzen. Der autokratischen Militärherrschaft sprach Seeckt „manche Qualitäten“ zu, sah aber darin auch „politisch unklare Phantasten, blinde Draufgänger und selbstgefällige Dilettanten“. Im Vergleich zum Abwarten der Reichswehrführung listete die „Zeit“ Sympathisanten auf:
Die größte Begeisterung löste der Putsch, wie nicht anders zu erwarten, im konservativen Milieu der preußischen Ostprovinzen aus. Zahlreiche Landräte und sogar der sozialdemokratische Oberpräsident von Ostpreußen, August Winnig, erklärten sich für Kapp. In Ostpreußen, Pommern, Schlesien, aber auch in Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Thüringen, Sachsen stellten sich […] Generäle der Militärbezirke hinter das neue Regime und enthoben verfassungsmäßige Beamte ihrer Posten.
Ausgang
Dennoch wurde der Aufstand in nur vier Tagen beigelegt, indem die Exilregierung auf ihrer Odyssee noch dreierlei unternahm: erstens als Noch-Amtsträger mit den Putschisten zu verhandeln, zweitens die Berliner Ministerialbürokratie zum zivilen Ungehorsam aufzurufen, sowie drittens — als SPDler — den Generalstreik auszurufen. Bis zum 17. 03. 1920 übertrug Kapp die Führung auf Lüttwitz allein und floh selber nach Schweden, kehrte aber zwei Jahre später zurück, um sich der System-Polizei zu stellen und in Untersuchungshaft zu sterben. Lüttwitz dankte am selben Abend auch ab und übersiedelte nach Österreich, um sich einem Prozeß wegen Hochverrats zu entziehen. Nach seiner Amnestie 1924 kam er nach Schlesien zurück, war als DNVP-Unterstützer kaum mehr politisch aktiv, bis er 1931 zur Bildung der Harzburger Front mit der NSDAP aufrief. Allein der Generalstreik erwies sich einmal mehr als Bumerang für die SPD-Herren wie schon im November 1918. Als Parteivorsitzender Otto Wels, der noch in der Debatte ums „Ermächtigungsgesetz“ am 24. März 1933 vom Führer mit Wortgewalt aus dem Saal gefegt werden sollte, den Aufruf dazu mitzeichnete und in alle größeren Städte austragen ließ, wollten die Gewerkschaften im Verein mit SPD und USPD nun ihre Macht zeigen, indem Deutschland da tatsächlich einen Streik unerhörten Ausmaßes erlebte. In Berlin selber kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit Zusammenbruch der Wasser- und Stromversorgung. In Sachsen (wo sich die Exilregierung im Schutze des Generals Georg Maercker hätte sicher fühlen sollen) und Thüringen wußten die Kommunisten die Vorlage konsequent zur „proletarischen Revolution“ auszuweiten. Im sächsischen Plauen rief der Anarchist Max Hoelz mit rund 1.000 Gefolgsleuten eine Räterepublik aus, während die „Rote Ruhrarmee“ fast 50.000 zählte. Inzwischen kehrten die SPD-Herren nach dem ausgeräumten Berlin zurück, und als neuer Reichskanzler versuchte Hermann Müller wieder die linken Kräfte zu vereinigen. Erst nach Scheitern seines Versuchs griff er am 03. 04. 1920 erneut auf die Reichswehr zurück, um den Extremenspuk zu bannen — mit dabei die Marine-Brigade „Ehrhardt“: vielgeschmäht, aber unverzichtbar, auch wenn sie erst vor drei Wochen noch Rückgrat im Lüttwitz-Kapp-Aufstand gab. Ihr Kommandeur tauchte seitdem erstmals im — nach Befreiung von der Räterepublik im Mai — national regierten Bayern unter.
Rückschau
Der Kapp-Putsch gilt bei Metapedia als letzte Notwehr des Zweiten Reiches gegen Versailles, bei der „Welt“ aber als „erster völkisch-reaktionärer Schlag gegen die noch junge Weimarer Republik“. Erstere Annahme entkräftet schon die Erklärung von Kapp selbst, während erst etwa der spätere Reichspräsident Hindenburg als Monarchist anzusehen ist. Letztere Aussage verfehlt schon angesichts der Tatsache, daß die vermeintlichen Putschisten bis zuletzt keine Toten verursacht hatten — sondern wiederum erst dank linker Chaoten. Aufmerksamkeit gebühre jedoch ihrer Beiwortsetzung: Bei „völkisch“ denkt man nämlich gewöhnlich schon ans Dritte Reich, während „reaktionär“ im hiesigen Zusammenhang eindeutig aufs Zweite hinweist. In der Tat paßt auch das heraldische Erscheinungsbild dazu: in Reichskriegsflagge und Hakenkreuz vereinte sich das eigentliche gegen „das andere Deutschland“. Im Gegensatz zu den „nationalliberalen“ Parteien fehlte hier weder Willenskraft noch Wehrhaftigkeit. Dennoch mußte der Aufstand scheitern, denn die lauteren Männer waren vielmehr auf die Erhaltung des Guten aus einer glorreichen Geschichte bedacht. Doch im Kampfe gegen die miserable Gegenwart war erneuernder Angriffsgeist gefragt! Lag ein solcher bereits vor? Gewiß, hat man doch gerade am 24. 02. 1920 im Süden 25 Punkte als Programm aufgestellt. Kaum drei Wochen seither, ließ sich Hitler also schon am 16. 03. 1920 mit Eckart dank dem Augsburger Ölwerkinhaber Dr. Gottfried Grandel vom künftigen Generalfeldmarschall Robert von Greim nach Jüterbog fliegen, um von dannen zur Unterstützung des Berliner Aufstands weiterzufahren. Während ihr Eintreffen sich nun bekanntlich als zu spät erwies, lernten beide bei Verbindungsaufbau jedenfalls u. a. Erich Ludendorff kennen. Dadurch vollzog sich die Schwerpunktverlagerung des nationalen Widerstands von Berlin nach München, wohin auch das Menschenmaterial der entlassenen Soldaten aus Reichswehr und Freikorps strömten. Dort marschierten sie 1923 auf die Feldherrnhalle, u. a. Ludendorff folgend. Nach der Niederschlagung schaltete Hitler auf den legalen Weg, um zehn Jahre später der neuen Weltanschauung — mit altem Anliegen und Personal — endlich zum Siege zu verhelfen.
 
 

Eine Antwort auf „100 Jahre Lüttwitz-Kapp- Aufstand“

  1. auch wir sollten dieser tage damit beginnen freikorps auf die beine zu stellen! unseelige zeiten stehen uns menschen deutscher art und weißer rasse bevor!ich befürchte bald wird das minderwertige komplett über das erhabene herrschen, und der ewige jude wird uns nach dem zusammenbruch von negern und mulatten in den behördenstuben knechten lassen!
    ab da ist der punkt erreicht, wo ich totalen widerstand leisten werde,auch wenn es mein leben kostet! lieber in freiheit ,im kampfe gestorben,als in ehrlosigkeit in ketten gelebt!
    deutschland erwache!!!
    die brd muß sterben,damit deutschland leben kann!!!

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